Welche Batterie ist die beste für mein Boot? Wie kann ich die Batteriekapazität an Bord erhöhen?

Welche Batterie ist die beste für mein Boot? Wie kann ich die Batteriekapazität an Bord erhöhen?

Da immer mehr elektrische Geräte an Bord moderner Fahrtenyachten zum Einsatz kommen, kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem der Batteriespeicher erweitert werden muss, um dem steigenden Energiebedarf gerecht zu werden.
Es ist immer noch üblich, dass neue Boote mit einer kleinen Starterbatterie und einer ebenso kleinen Versorgungsbatterie ausgestattet sind – eine Batterie, die gerade mal einen kleinen Kühlschrank 24 Stunden lang betreiben kann, bevor sie wieder aufgeladen werden muss. Hinzu kommt die gelegentliche Nutzung einer elektrischen Ankerwinde, der Beleuchtung, der Navigationsinstrumente und des Autopiloten, sodass der Motor etwa alle sechs Stunden laufen muss.
Durch die Erhöhung der Kapazität Ihrer Batteriebank können Sie längere Ladezyklen durchführen oder bei Bedarf auf Ihre Reserven zurückgreifen. Es gibt jedoch mehr zu beachten als nur die Kosten einer zusätzlichen Batterie: Es ist wichtig, die Lademethode zu berücksichtigen und zu prüfen, ob Sie Ihr Landstromladegerät, Ihren Generator oder alternative Stromgeneratoren aufrüsten müssen.

Wie viel Leistung benötigen Sie?

Bevor Sie davon ausgehen, dass Sie durch den Einbau zusätzlicher elektrischer Geräte mehr Leistung benötigen, sollten Sie zunächst Ihren Bedarf gründlich analysieren. Eine genaue Überprüfung des Energiebedarfs an Bord kann oft mögliche Energieeinsparungen aufdecken, die den Einbau zusätzlicher Kapazität und die damit verbundene Erhöhung der Ladekapazität sogar überflüssig machen.

Verständniskapazität
Ein Monitor kann Ihnen dabei helfen, einen gesunden Akkustand aufrechtzuerhalten und so die Akkulaufzeit zu verlängern.
Ein guter Zeitpunkt, um über den Einbau einer weiteren Batterie nachzudenken, ist, wenn Sie die vorhandene Batterie ohnehin austauschen möchten. So starten Sie mit komplett neuen Batterien, was immer optimal ist – eine ältere Batterie kann sonst die Leistung einer neuen Batterie beeinträchtigen, wenn diese das Ende ihrer Lebensdauer erreicht.

Beim Einbau einer Heimbatteriebank mit zwei oder mehr Batterien ist es sinnvoll, Batterien mit gleicher Kapazität zu kaufen. Die Amperestunden-Angabe (Ah) bei Freizeit- oder Deep-Cycle-Batterien wird üblicherweise als C20-Wert bezeichnet und gibt die theoretische Kapazität bei einer Entladung über 20 Stunden an.
Starterbatterien haben dünnere Platten, um kurzzeitige Stromspitzen abzufangen, und werden üblicherweise anhand ihrer Kaltstartleistung (CCA) angegeben. Sie eignen sich nicht für den Einsatz in einer Servicebatteriebank, da sie bei häufiger Tiefentladung schnell ausfallen.
Die besten Batterien für den Hausgebrauch sind mit „Deep-Cycle“ gekennzeichnet. Das bedeutet, dass sie dicke Platten besitzen, die ihre Energie langsam und wiederholt abgeben.

Hinzufügen einer zusätzlichen Batterie „parallel“
In einem 12V-System ist das Hinzufügen einer zusätzlichen Batterie ganz einfach: Man montiert sie so nah wie möglich an den vorhandenen Batterien und verbindet sie dann parallel, indem man „gleichartige“ Anschlüsse (Plus an Plus, Minus an Minus) mit einem Kabel mit großem Durchmesser (üblicherweise 70 mm² Durchmesser) und ordnungsgemäß verpressten Batterieklemmen verbindet.
Sofern Sie nicht über das nötige Werkzeug und ein dickes Kabel verfügen, empfehle ich Ihnen, die Querverbindungen professionell anfertigen zu lassen. Sie könnten zwar eine Crimpzange (hydraulische sind zweifellos die beste Wahl) und Klemmen kaufen, um die Arbeit selbst zu erledigen, doch die Investition ist für einen so kleinen Auftrag meist zu hoch.
Beim Parallelschalten zweier Batterien ist zu beachten, dass die Ausgangsspannung der Batteriebank gleich bleibt, die verfügbare Kapazität (Ah) jedoch steigt. Oftmals werden Ampere und Amperestunden verwechselt. Vereinfacht gesagt: Ein Ampere misst den Stromfluss, während eine Amperestunde den Stromfluss pro Stunde angibt. Theoretisch könnte eine 100-Ah-Batterie (C20) also fünf Stunden lang 20 Ampere liefern, bevor sie leer ist. In der Praxis ist dies aus verschiedenen Gründen nicht möglich, aber der Einfachheit halber lasse ich diese Annahme hier einmal gelten.

Neue Batterien in Reihe schalten
Wenn man zwei 12-V-Batterien in Reihe schaltet (Pluspol an Minuspol, Ausgangsspannung an den zweiten Plus- und Minuspolen), erhält man eine Ausgangsspannung von 24 V, aber keine zusätzliche Kapazität. Zwei in Reihe geschaltete 12-V/100-Ah-Batterien liefern weiterhin 100 Ah Kapazität, jedoch mit 24 V. Manche Boote nutzen ein 24-V-System für Geräte mit hohem Stromverbrauch wie Ankerwinden, Winschen, Wassermacher und große Bilge- oder Duschpumpen, da sich durch die Verdopplung der Spannung die Stromaufnahme für Geräte mit gleicher Nennleistung halbiert.
Schutz mit Hochstromsicherung
Batteriebänke sollten stets mit Hochstromsicherungen (ca. 200 A) an den Plus- und Minuspolen, möglichst nah an den Polen, abgesichert werden. Stromabnahmen dürfen erst nach der Sicherung erfolgen. Spezielle Sicherungsblöcke sind hierfür erhältlich. Sie sind so konstruiert, dass keine Geräte direkt an die Batterie angeschlossen werden können, ohne die Sicherung zu durchlaufen. Dies bietet maximalen Schutz vor Kurzschlüssen, die ungeschützt Brände und/oder Explosionen verursachen können.

Welche verschiedenen Batterietypen gibt es?
Jeder hat seine eigenen Erfahrungen und Theorien darüber, welcher Batterietyp für den jeweiligen Einsatzbereich am besten geeignet ist.MarineUmweltfreundlich. Traditionell wurden große und schwere, offene Bleiakkumulatoren (FLA) verwendet, und viele schwören noch immer auf diese einfache Technologie. Vorteile sind, dass man sie leicht mit destilliertem Wasser auffüllen und die Kapazität jeder Zelle mit einem Aräometer prüfen kann. Aufgrund des hohen Gewichts bauten viele ihre Batteriebank mit 6-V-Batterien auf, die leichter zu handhaben sind. Dadurch ist der Verlust geringer, falls eine Zelle ausfällt.
Die nächste Stufe sind verschlossene Blei-Säure-Batterien (SLA), die viele wegen ihrer Wartungsfreiheit und Auslaufsicherheit bevorzugen, obwohl sie nicht so stark geladen werden können wie offene Batterien, da sie überschüssigen Gasdruck nur im Notfall freisetzen können.
Vor einigen Jahrzehnten kamen Gelbatterien auf den Markt, bei denen der Elektrolyt ein festes Gel und nicht flüssig war. Obwohl sie versiegelt und wartungsfrei waren und eine höhere Anzahl an Lade-/Entladezyklen ermöglichten, mussten sie weniger stark und mit einer niedrigeren Spannung als Bleiakkumulatoren geladen werden.
In jüngster Zeit erfreuen sich AGM-Batterien (Absorbent Glass Mat) großer Beliebtheit für Boote. Sie sind leichter als herkömmliche Blei-Säure-Batterien und ihr Elektrolyt ist in einer Matte gebunden, anstatt frei flüssig vorzuliegen. Dadurch sind sie wartungsfrei und können in jedem Winkel montiert werden. Zudem können sie höhere Ladeströme aufnehmen, wodurch sich die Ladezeit verkürzt, und überstehen deutlich mehr Lade-/Entladezyklen als Nassbatterien. Schließlich weisen sie eine geringere Selbstentladung auf und können daher über längere Zeiträume ungeladen bleiben.
Die neuesten Entwicklungen betreffen Lithium-Ionen-Akkus. Manche schwören auf sie in ihren verschiedenen Ausführungen (Li-Ion oder LiFePO4 sind die gängigsten), doch sie erfordern eine sehr sorgfältige Handhabung und Wartung. Zwar sind sie deutlich leichter als andere Bootsbatterien und weisen beeindruckende Leistungsdaten auf, aber sie sind sehr teuer und benötigen ein hochentwickeltes Batteriemanagementsystem, um sie geladen und – noch wichtiger – gleichmäßig zwischen den Zellen zu verteilen.
Bei der Einrichtung eines vernetzten Batteriespeichers ist es besonders wichtig zu beachten, dass alle Batterien vom gleichen Typ sein müssen. SLA-, Gel- und AGM-Batterien dürfen nicht gemischt werden, und eine Verbindung zwischen diesen Typen ist ebenfalls untersagt.Lithiumbasierte Batterie.

Lithium-Bootsbatterien

 


Veröffentlichungsdatum: 10. August 2022